Archiv für August 2008

Extrem rechte Kundgebung vor dem Landtag in Düsseldorf?

Bereits seit Anfang August 2008 wird auf der Homepage der neonazistischen „Aktionsfront Meerbusch“ auf eine Kundgebung der in Düren ansässigen „Schutzgemeinschaft ‚Deutsche Heimat‘ der Deutschen aus Rußland e.V.“ hingewiesen. Diese Kundgebung soll am 23. August ab 12.00 Uhr vor dem Landtag in Düsseldorf unter dem Motto „Gegen die Fälschung der Geschichte der Rußlanddeutschen“ stattfinden. „Alle heimat- und volkstreuen Deutschen“ werden aufgerufen, dagegen zu protestieren, dass in einem Geschichtsschulbuch des Schönigh-Verlages „Rußlanddeutsche bezichtigt“ würden, „Raub und Massenvernichtung von Juden während des 2.Weltkrieges in den von der Deutschen Wehrmacht besetzten Gebieten in Südrußland begangen zu haben.“ Die „Aktionsfront Meerbusch“, die dem Spektrum der NPD-nahen „Freien Kameradschaften“ angehört, ruft „Jeden, der irgend kann“ zur Unterstützung der Kundgebung auf.

„Unsere Väter waren keine Täter“, weiß auch die NPD und drückt seit dem 6. August 2008 auf der Homepage ihres Bundesverbandes ihre Solidarität mit dem Anliegen der „Schutzgemeinschaft“ und deren Kundgebung aus.

Die „Schutzgemeinschaft ‚Deutsche Heimat‘ der Deutschen aus Rußland e.V.“, insbesondere aber die diesem Verein nahestehenden „Rußlanddeutschen Konservativen“ sind eng mit der NPD verbandelt. Innerhalb der NPD besteht ein „Arbeitskreis Rußlanddeutsche in der NPD“. Zwischen diesen drei genannten Organisationen und Arbeitskreisen gibt es personelle Überschneidungen, erwähnenswert sind insbesondere Johann Thießen, ein Elekroingenieur aus dem Kreis Düren, sowie Andrej Triller. Triller und Thießen gelten in extrem rechten Kreisen als die Vertreter der „Rußlanddeutschen Konservativen“ und der „Schutzgemeinschaft Deutsche Heimat der Deutschen aus Rußland e.V.“. Auf dem letzten Bundesparteitag der NPD wurden sogar Grußworte aus diesem Spektrum überbracht.

Obwohl in der extremen Rechten nicht unumstritten, zielt die NPD auf eine Kooperation mit russlanddeutschen Organisationen. Immerhin geht es um über zwei Millionen Aussiedler aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion, also um ein zahlenmäßig durchaus interessantes Wählerpotenzial, dem sich die NPD und ihr nahestehende russlanddeutsche Organisationen aktuell offensiv anbieten möchten bzw. anbiedern.

Protest gegen extrem rechte Kundgebung

Samstag, 23. August 2008, 11:30 – 17:00

Sogenannte Russlanddeutsche aus dem Umfeld der NPD wollen eine Kundgebung vor dem Düsseldorfer Landtag durchführen, zu dem auch Neonazis der NPD und Freie Kameradschafen aufrufen.

Inhaltlich geht es um völkischen Geschichtsrevisionismus – die Darstellung der Geschichte der „Russlanddeutschen“ während des Nationalsozialismus wird kritisiert und ihre Verantwortung für die Verbrechen während des Nationsozialismus relativiert. Strategisch soll das Wählerpotential der Russlanddeutschen (immerhin 2,5 Mio) für die NPD erschlossen werden – so gibt es neben dem veranstaltenden Verein eine Arbeitsgemeinschaft „Russlanddeutsche in der NPD“.

Für uns als AntifaschistInnen ist Geschichtsrelativierung nicht hinnehmbar und ein öffentliches Zurschaustellen der Hetze der extremen Rechten nicht tolerierbar.

Gehen wir gemeinsam gegen Geschichtsrevisionismus und die extreme Rechte vor! Keine Kundgebung der extremen Rechten – weder in Düsseldorf, noch sonstwo!