Archiv für Dezember 2008

Der Hauptfeind steht im eigenen Land!

Alles lernen, nichts vergessen! (aus einem Flugblatt, verfasst von Karl Liebknecht im Mai 1915)

Am Abend des 15. Januar 1919 wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht in Berlin von Freikorpsoffizieren ermordet. Mit ihrem politischen Engagement für Demokratie und Sozialismus, gegen Militarismus und Krieg und ihren Analysen zu Kapitalismus und Kaiserreich sowie ihrer radikalen Kritik an der Mehrheits-Sozialdemokratie ihrer Zeit sind sie bis heute Vorbilder für SozialistInnen.

In Berlin findet jedes Jahr im Januar eine Gedenkveranstaltung für Karl und Rosa statt, zu der wir von der Antifa Grenzland in Kooperation mit der Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken vom Ortsverband Schwalmtal parallel ein Seminarwochenende veranstalten. Auf diese Weise wollen wir an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht erinnern und ihr Werk und Wirken für unsere heutigen Kämpfe nutzbar machen.

Was können zwei Menschen, die im letzten Jahrtausend gelebt haben, zur Lösung der aktuellen Probleme dieser Welt beitragen?

Rosa & Clara Rosa Luxemburg (1871-1919) polarisiert bis heute die öffentliche Meinung. Kritiker von Rosa Luxemburg (und Karl Marx) behaupten, ihre Texte – besonders die ökonomischen – seien “historisch” und deshalb für die aktuellen Probleme nicht zu gebrauchen, weil die Welt und die Weltwirtschaft ja so stark verändert hätten. Und als Beleg führen sie die Globalisierung an, die Marx und Luxemburg nicht vorausgesehen hätten. Doch schon in den Jahren 1909/10 schrieb Luxemburg in einem Manuskript (im Jahr 1925 posthum als Buch “Einführung in die Nationalökonomie” veröffentlicht, S. 289): “Das Selbstwachstum des Kapitals erscheint als Anfang und Ende, als Selbstzweck und Sinn der ganzen Produktion. Das Hirnverbrannte dieser Verhältnisse kommt aber in dem Maße erst zum Vorschein, wie sich die kapitalistische Produktion zur Weltproduktion auswächst. […] Der Grundzweck jeder gesellschaftlichen Produktionsform: die Erhaltung der Gesellschaft durch die Arbeit, die Befriedigung ihrer Bedürfnisse, erscheint erst hier völlig auf den Kopf gestellt, indem die Produktion nicht um der Menschen, sondern um des Profits willen auf der ganzen Erdkugel zum Gesetz und die Unterkonsumtion, ständige Unsicherheit der Konsumtion und zeitweise direkte Nichtkonsumtion der enormen Mehrheit der Menschen zur Regel werden.”

Karl Liebknecht Karl Liebknecht (1871-1919) ist für uns Falken nicht nur als einer der Gründungsväter unseres Jugendverbandes wichtig, sondern auch, weil er als einer der wenigen deutschen Sozialisten vor und zu Kriegsbeginn seine antimilitarische Einstellung nicht aufgab. Am 2. Dezember 1914 stimmte er im Reichstag als Einziger gegen die parlamentarische Genehmigung, gegen die Bewilligung der Kriegskredite. Hätte die sozialdemokratische Reichstagsfraktion geschlossen die Bewilligung gestimmt, wer weiß schon wie die Geschichte dann verlaufen wäre… Vielleicht anders?! Höchstwahrscheinlich nicht. Doch es hätte die Möglichkeit wesentlich erhöht, den Ersten Weltkrieg zu verkürzen.

Der Ablauf des Wochenendes ist wie folgt geplant:

Freitag, 09. Januar 2009:
Am Nachmittag Abfahrt von Mönchengladbach. Den genaue Abfahrtsort geben wir noch bekannt, weil noch nicht ganz genau klar ist, mit welchen Bullis wir fahren werden bzw. über welche Firma wir die Bullis anmieten werden. Gegen Abend Ankunft im Seminarhaus Holon der Berliner Falken. Abends gucken wir dann noch einen Film über Rosa Luxemburg und/oder Karl
Liebknecht zum Einstieg.

Samstag, 10. Januar 2009:
Von 10:00 bis 13:00 Uhr Stadtrundfahrt “Auf den Spuren Rosa Luxemburg” im Nachmittagsbereich gibt es dann zwei Aktivitätenmöglichkeiten: Teilnahme an der Antifa-Jugendkonferenz, die um 14:00 Uhr in Kreuzberg beginnt, oder weiterhin „left sightseeing-tour“… Abends wollen wir dann wieder gemeinsam das Konzert im Rahmen der Antifa-Jugendkonferenz, u.a. mit der Microphone Mafia besuchen, und mit vielen anderen Gleichesinnten Spass haben…

Sonntag, 11. Januar 2009:
Um 10:00 Uhr Teilnahme an der Luxemburg-Liebknecht-Demo gegen 15.00 Uhr dann Heimfahrt…

Insgesamt sicherlich anstrengend, aber auch spannend und interessant. Ach ja, Bettwäsche müsst ihr selber mitbringen, damit wir die Kohle sparen können… Der Teilnahmebeitrag beträgt EUR 65,00 und beinhaltet Transfer, Unterkunft in einem Seminarhaus, Verpflegung und Programm… Verbindliche Anmeldung bitte per eMail an antifa-grenzland(at)web.de.