19.09.2009 Antifaschistische Mahnwache in Lobberich

Am vergangenen Wochenende wurde der Öffentlichkeit wieder mal bewusst gemacht, in welchem Maße wir es im Kreis Viersen mit der menschenverachtenden rechtsextremistischen Gesinnung zu tun haben.

In Lobberich scheint sich eine rechtsoffene Subkultur zu entwicklen, die auch nicht vor der Sachbeschädigung an jüdischen Gedenkmälern halt macht. Das jüdische Mahnmal an der katholischen Kirche in Lobberich diente den Rechtsextremisten als Ziel ihrer inhumanen, verbrecherischen und volksverhetzenden Ideologie. Das Mahnmal wurde mit Hakenkreuzen beschmiert und damit geschändet.

Das öffentliche Interesse ist sehr gering, was nicht zuletzt an der total defizitären und parteiischen Berichterstattung liegt (der Rheinischen Post war diese abscheuliche Straftat gerade einmal eine kleine Spalte im Regionalteil wert). Anstatt eine öffentliche Debatte über das Problem Rechtsextremismus zu führen wird die Tat relativiert.

Das Problem des wachsenden Rechtsextremismus wird durch die Polizei wie folgt erklärt:

„Die Polizei in Mönchengladbach schließt nicht aus, dass sich zurzeit extreme Linke und Rechte mit solchen Aktionen gegenseitig hochschaukeln.“
Quelle: Rheinische Post

Diese Stigmatisierung aller Linken und die gleichzeitige indirekte Schuldzuweisung an die „extreme“ Linke, lässt darauf schließen , dass die etablierten Parteien, Presse, Polizei und Gesellschaft lieber die Augen vor der rechtsextremen Problematik verschließen, als eine angemessene Präventionsarbeit gegen Rechtsextremismus zu tätigen.

Man sollte nicht die politischen Flügel über einen Kamm scheren sondern sich immer daran erinnern:

Welche politische Extreme hat diese offenkundig antisemitisch-motivierte Straftat begangen?

Wir Antifaschisten/innen rufen euch deshalb auf:
- Verlasst euch nicht auf die staatlichen Institutionen.
- Setzt ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und subjektive Berichterstattung.
- Wir vergessen nicht!

Alle Antifaschisten/innen, Symphatisanten und Bürger sind hiermit aufgerufen, sich am Samstag, den 19.09.09 um 13 Uhr an der alten Kirche in Lobberich zu versammeln und im Rahmen eines stillen Protests an die jüdischen Opfer des Nazisterrors und an das Wiederaufkommen des braunen Gedankenguts zu erinnern.